Fortbildung in Atemmassage

Die Atemmassage wurde in den 20er Jahren von dem Arzt Dr. Ludwig Johannes Schmitt entwickelt. Sie √§hnelt √§u√üerlich der klassischen Massage, reicht aber weit √ľber deren mechanische und reflektorische Wirkung hinaus. Sie dient der F√∂rderung und Unterst√ľtzung des freien Atemflusses. Massagegriffe setzen da an, wo sich Probleme des Menschen im K√∂rper abzeichnen.

Die Atemmassage arbeitet an der Verbesserung der Elastizit√§t und Spannkraft des Menschen. Bindegewebige Verdickungen und Verklebungen k√∂nnen gel√∂st werden, der Atem kann wieder freier flie√üen und mit dieser Freiheit ein neues Lebensgef√ľhl unterst√ľtzen. Sie wirkt unterst√ľtzend bei psychosomatischen St√∂rungen (z.B. Schlafst√∂rungen, Unruhezust√§nde), vegetativen Dysregulationen sowie bei Erkrankungen der Atemorgane.

Die Atemmassage verbessert die Beweglichkeit und das Koordinationsverm√∂gen und kann hilfreich sein bei Erkrankungen des St√ľtz-, und Bewegungsapparates. Haltung wird dabei weniger nach einer vorgegebenen √§u√üeren Norm erlernt oder trainiert, sondern aus dem inneren Sp√ľren des Menschen f√ľr seinen Atemflu√ü schrittweise aufgebaut und entwickelt.

Das Empfinden des eigenen K√∂rpers, des Skelettes, der Muskulatur und der Organe ist ein Prozess, der dem Menschen die f√ľr ihn richtige Haltung von innen her finden l√§√üt. Dazu wirkt die Atemmassage regulierend auf das Herz-Kreislauf-System, den Verdauungstrakt und alle Dr√ľsenfunktionen. Ebenso ist sie hilfreich bei der Geburtsvorbereitung und kann helfen sich seelisch-k√∂rperlicher Zusammenh√§nge bewusst zu werden, die pers√∂nlichen Anlagen und St√§rken besser wahrzunehmen und so das Selbstbewusstsein, die Ausdrucks-, und Beziehungsf√§higkeit st√§rken. Sie f√∂rdert die innere Lebendigkeit und ist deshalb f√ľr jeden Menschen sinnvoll, der auf der Suche nach der ‚Äěeigenen Mitte‚Äú ist.

Die Weiterbildung in Atemmassage ist geeignet f√ľr √Ąrzte, Heilpraktiker, Physio-, und Ergotherapeuten, Masseure, Logop√§den, AtemtherapeutInnen, die ihr therapeutisches Spektrum erweitern wollen.

Hier finden Sie die Therapeuten, die Atemmassage anbieten.

aus: ATEM, die Zeitschrift f√ľr Atempflege ‚Äď Massage ‚Äď Entspannung ‚Äď moderne Gymnastik 15. Jahrgang Heft 4/73

Der Atem als edelster und unmittelbarster Ausdruck allen menschlichen F√ľhlens, der Hingabe und der gro√üen verwandelnden Kraft, die den Menschen mit jeder Stunde neu zu leben und zu enden bestimmt, ist doch so Ausdruck der Freiheit wie auch der Enge und √Ąngstlichkeit des Menschen, dass jedes Wirken am Menschen und dessen Atem, diesen n√§her zu seiner Freiheit zu bringen oder auch weiter in seine Enge und in seine Angst zu treiben vermag. Welch gro√üe Verantwortung damit in die Hand des Therapeuten gelegt ist, wie sie diesen auch bedr√ľcken und bis an die Grenze des psychisch und physisch tragbaren belasten kann, mag einer erst nach eigener langer Praxis ermessen k√∂nnen. Nicht dass es damit getan w√§re, den erhofften gro√üen und befreienden Atemzug auszul√∂sen, muss doch auch danach die noch sehr empfindliche Atemf√§higkeit in ihrem Bezug zur Umwelt gest√§rkt und gefestigt werden. Demgegen√ľber mag dann die Art der angewandten Massagegriffe zweitrangig sein. Wichtiger als ein ausgekl√ľgeltes Griffrepertoire ist der Atem des Behandlers, der sich auch durch die gr√∂√üten Widerst√§nde des Patienten nicht dazu verleiten l√§sst, mit angehaltenem Atem und damit atemlos zu dr√ľcken und zu pressen. Wichtiger noch die Offenheit und Bereitschaft gerade dann auch selbst mit seinem Atem zu wachsen und weiter zu werden. So entsteht eine sehr eigent√ľmliche Beziehung, bei der der Behandelnde, der ja eigentlich mit seinen H√§nden den Atem fordert, gleich selbst gefordert wird. Hingegeben dem Gesetz des Atems erleben Behandelnder und Behandelter gleicherweise die Wandlung.

Welche Forderungen m√ľssen an den zuk√ľnftigen Atemtherapeuten und welche an seine Ausbildung gestellt werden? Dr. Ludwig Schmitt wies immer wieder darauf hin, dass die Lehre vom Atem nicht wie eine Wissenschaft als toter Buchstabe beliebig weitergegeben werden k√∂nne, sondern dass einer nur so viel davon bekomme, als er f√§hig sei, dem in sich Raum zu geben und sich davon verwandeln zu lassen. Entsprechend war auch sein Unterricht. Schon bald nach seiner Niederlassung in M√ľnchen, in der 2. H√§lfte der Zwanziger Jahre hatte sich ein Kreis junger Leute zusammengefunden, die aus dem eigenen Erlebnis des aufkeimenden und wachsenden Atems heraus, diesen anderen weitergeben wollten. Dr. Schmitt gr√ľndete damals seine Atemschule, die eine 2j√§hrige Ausbildung vorsah. Auf ihrem Lehrplan stand neben den klinischen F√§chern Anatomie, Physiologie und Pathologie, Gymnastik, Philosophie und Joga. Es h√§tte freilich der ganzheitlichen Betrachtungsweise widersprochen, wenn diese F√§cher s√§uberlich getrennt behandelt worden w√§ren. So f√ľhrte unversehens die Besprechung anatomischer Einzelheiten √ľber den Aspekt des verlorenen und wieder zu gewinnenden inneren Gleichgewichts zur Frage nach der Ursache und dem Sinn der Krankheit, ihrer Verankerung im Wesen des einzelnen, und dessen gegl√ľckter wie missgl√ľckter Stellung in der Welt, um schlie√ülich im Weiterschreiten den Sinn erfragend den Ansatz f√ľr die Therapie zu finden. Dazu kamen die zahlreichen Verbindungen zum damaligen M√ľnchner Kulturleben, in das wir Sch√ľler einbezogen wurden, zu den Theatern, (Dr. Schmitt lehrte selbst an der Schauspielschule der Kammerspiele), und zu den bildenden K√ľnstlern. Das war eine sehr weltoffene, den Str√∂mungen aufgeschlossene Gemeinschaft. Es mag aber verwundern, dass weder in der 2j√§hrigen t√§glichen Ausbildung, noch in dem anschlie√üenden Praktikum in der Klinik, jemals ein eigentlicher Massageunterricht stattfand. Der Unterricht bestand in der Erfahrung des Atems am eigenen Leibe, die einerseits durch die Massage des Sch√ľlers und andererseits durch die gymnastischen √úbungen vermittelt wurde. Mit beiden ging es um das Erleben von Grenzsituationen, das Bewusstwerden vom Zu-Ende-Gehen eines Zustandes und vom √úberdauern im Atem. Erfahrungen, die in √§hnlicher Weise die letzten √úbungen aus dem Erneuerungskurs, den er einige Monate vor seinem Tod hielt, vermittelten.

Damals, als auch Dr. Schmitt noch jung war hatten die √úbungen einen anderen Charakter. Wir mussten uns bis zum √§u√üersten verausgaben, er lie√ü uns die weitausholenden Schritte und Geb√§rden vollziehen, wie sie aus den alten Bildern der √Ągypter, Griechen, R√∂mer und Etrusker, der Inder und Chinesen √ľberliefert sind. Und dabei geschah das Seltsame, dass wir von den kleinen, auf uns bezogenen Ma√üen und Verh√§ltnissen ablie√üen, dass wir ‚Äědas Rechtwinkeligwerden an Leib und Seele‚Äú im Vollzug begl√ľckend versp√ľrten und dabei unser Atem immer weiter und freier wurde. Wir √ľbten bis zur Ersch√∂pfung und mancher sank in die Ecke, vermeinend nun nicht mehr zu k√∂nnen, doch gerade dann, wenn alles eigene Denken und Wollen und K√∂nnen wie ausgel√∂scht erschien, war es der Atem, der so frei und ohne jedes Hemmnis sich erf√ľllte.

Wenn wir w√§hrend der Klinikausbildung bei den Massagen zusahen, ging es weniger um das Erlernen irgendwelcher Griffe und F√§higkeiten oder um das Kopieren irgendeines Massageprogramms. Wichtiger war f√ľr uns, mitzuerleben, wie sich die Atmung des Patienten mit der des Behandlers verband und wie wir dabei selbst mit unserem Atem einschwangen in dieses Geschehen. Wie auch wir selbst die Enge und die befreiende Krise des sich l√∂senden Atems mitersp√ľrten.

Nur so war es m√∂glich, und auch nur sinnvoll, dass uns Dr. Schmitt ohne konkrete Anweisungen die Patienten massieren lie√ü, uns sogar weit weg schickte und uns damit v√∂llig auf unsere eigenen F√§higkeiten verwies. In den Augenblicken, wo man nicht den beruhigenden R√ľckhalt seiner Autorit√§t im Hintergrund wusste, war man gezwungen, sich r√ľckhaltlos einzusetzen und gerade dies war es ja, was die Heilung des Patienten erforderte, die bedingungslose Hingabe an die Wandlungsvorg√§nge im Atem, die sich in einem selbst und im Patienten vollzogen.

Aus diesem Geschehen l√§sst sich auch die Frage nach der Dauer einer Behandlung beantworten. Selbstverst√§ndlich ist man im normalen Praxisablauf gezwungen, f√ľr jeden Patienten eine bestimmte Spanne Zeit einzuteilen. Doch wird man diese Zeit seinen eigenen M√∂glichkeiten und Verh√§ltnissen anpassen m√ľssen. Der eine wird den Patienten f√ľr eine Weile im Atem begleiten und dabei behutsam und unmerklich dessen Atem aus der Enge in einen weiteren Bereich geleiten. Der andere mag im raschen und gezielten Zugriff Mauern und Barrieren einrei√üen, die den Weg verstellt hatten. Dies kann auch mit einem einzigen Griff geschehen. So dauerten z.B. die Atembehandlungen Dr. Schmitts in den letzten Jahren nur noch wenige Minuten. Andererseits f√ľhrte er daneben auch noch in seinen letzten Lebensjahren die gro√üen Atembehandlungen durch, von denen jede einzelne 2 ‚Äď 3 Stunden dauerten. Hierbei kommt der Zeit als eigenen Faktor eine besondere Bedeutung zu. Man merkt, wenn der Patient nachatmet und man die Hand auf seine Flanke ruhen l√§sst, wie dieser in seinem neu gewonnenen Atemraum hineinatmet, zugleich aber doch auch das Bestreben hat, diesen Raum autonom zu gestalten und sich etwas vom Behandler zur√ľckzieht, wenn dieser ihn nicht durch seine Hand zu andren Du-bezogenen Reaktionen fordert. Dabei ist sowohl das eine wie das andere notwendig. So sehr auch bei den meisten Patienten die Kontaktf√§higkeit gef√∂rdert werden muss, so muss doch auch die Abl√∂sung eingebahnt werden, wenn dieser nicht in eine kaum zu vertretende Abh√§ngigkeit vom Behandler geraten soll.

Anders verh√§lt es sich, wenn der Behandler auf einem Krisenpunkt, wie er h√§ufig im Bereich der Schultern, vor allem zwischen den Schulterbl√§ttern vorliegt, seine Hand verweilen l√§sst. Dabei spielt dann die Druckintensit√§t oft kaum eine Rolle. Er l√∂st damit h√§ufig ausgesprochene Fluchtreflexe aus. Der Patient windet sich und sucht mit allen Mitteln, sich den Zugriff zu entziehen. Gibt hier der Behandler nach, so versucht der Patient wieder in seine bergende Abwehr-, und Schutzhaltung zur√ľckzufinden, die ihn aber mit ihren ganzen Verspannungen und Fehlsteuerungen in seinen Krankheitszustand gebracht hat. Zwingt man nun den Patienten, sich doch dieser nun gegenw√§rtig gemachten Krisensituation zu stellen, erlebt man noch einmal alle Phasen des verzweifelten Bem√ľhens, sich doch diesen Konsequenzen zu entziehen. Diese ganzen Umwege und Sackgassen m√ľssen von ihm noch einmal ausgeschritten und zu Ende gegangen werden, bis er sich unvermittelt dem Ende und damit auch der M√∂glichkeit eines Neubeginns gegen√ľber sieht.

Dabei erleben wir, wie bei jeder dieser Schwierigkeiten der Atem kleiner und verzagter an dieser oder jener Stelle h√§ngen bleibt, wie sich die Muskeln anspannen und der Patient seine eigene Enge bedr√§ngend erf√ľhlt.

Hier wie auch sonst in Krisensituationen ist der Patient immer versucht, Sicherung und Heilung zun√§chst in der Verfestigung seiner individuellen Charakterz√ľge zu finden und merkt dabei nicht, dass dieses Unterfangen ihn immer weiter von den regulierenden und ausgleichenden Funktionen seines Herzens und seiner Atmung entfernt. Wir m√ľssen deshalb in der Behandlung entgegen dieser Tendenz, den Patienten von seiner Ichbezogenheit weg zu den allgemeinen in ihm wirkenden kosmischen Gesetzm√§√üigkeiten hinf√ľhren. Gerade aus dieser Gegens√§tzlichkeit ergeben sich aber auch die gr√∂√üten Widerst√§nde. Und doch hilft hier eben nur der in voller √úberlegung und Verantwortung angesetzte wohl auch sehr schmerzhafte Zugriff, der ihn zu Umkehr und Hinwendung zu der aus seinen Tiefen erwachsenden Atemschwingung zwingt. Hier wird der Schmerz zum Schl√ľssel der Umkehr und Zuwendung an die Kr√§fte der Tiefe, Erneuerung und Wiedererwachen der Kundalini. Bis es soweit ist, dass der Patient in der F√ľlle der aus der Tiefe des Beckens aufsteigenden Atemschwingung sein Leben neu ordnet und formt, vergehen oft Monate. Doch manchmal reicht dazu die Zeit nicht aus. Anderweitige schwere Bedrohungen und Krisen, dienen einem raschen H√∂hepunkt zutreiben und dann nicht wieder gutzumachende Zerst√∂rungen anrichten, zwingen manchmal den Behandler in k√ľrzester Zeit, eine Wendung herbeizuf√ľhren. So lassen sich die gro√üen Massagen Dr. Schmitts erkl√§ren, die sowohl dem Patienten wie auch allen Beteiligten das Letzte abforderten. Zwei bis drei Stunden lang arbeitete Dr. Schmitt an dem Patienten, l√∂ste Schritt f√ľr Schritt die Verspannungen, wartete auf den langsam weiter und f√ľlliger werdenden Atem, lie√ü ihn kommen und ausschwingen, baute so die Schranken und Einschr√§nkungen der ichbezogenen Pers√∂nlichkeit ab, bis schlie√ülich irgendwann der Patient sich der Forderung gegen√ľbersah, dieses ganze ichbezogene Machwerk aufzugeben und sich der schwingenden Atemwelle des ES zu √ľberlassen. Dabei kam es oft zu einem furchtbaren Aufb√§umen, so dass vier Hilfskr√§fte den Patienten an H√§nden und F√ľ√üen festhalten mussten, bis schlie√ülich der Atem in seiner m√§chtigsten Schwingung den Menschen neu und in einer nie gekannten Freiheit erf√ľllte. Eine solche Massage konnte ein ganzes Leben ver√§ndern. Doch es erforderte ein gro√ües K√∂nnen, das Wissen, gen√ľgend physische Kraft und eine v√∂llige Hingabe, um den Patienten √ľber den toten Punkt zu bringen.

F√ľr jemanden, der diese Dinge nicht am eigenen Leib erfahren hat, wird es immer schwierig sein zu verstehen, weshalb hier der Schmerz als sinnvolle therapeutische Ma√ünahme eingesetzt werden musste. Es handelte sich ja hierbei nicht nur um die notwendige, notgedrungen schmerzhafte Beseitigung von Myogelosen und Muskelhartspannen, sondern hier wurde auch ganz bewusst und gezielt eine schmerzhafte Ersch√ľtterung zugef√ľgt. Doch nur damit konnte man auch in v√∂llig leblosen fast abgestorbenen Regionen, wie wir sie so h√§ufig z.B. im Beckenraum antreffen, den Atmungsimpuls hervorrufen und damit diese sowohl k√∂rperlich wie auch seelisch und geistig tauben, vom Bewusstsein nicht formbaren Zonen in die allgemeine Ordnung einf√ľgen. Freilich ist der Schmerz nicht der einzige Weg dahin. Freude und die v√∂llige Aufgabe und Hinwendung in der Ekstase verm√∂gen das Gleiche. Doch sind gerade diese M√∂glichkeiten der Erneuerung, die uns wie ein kostbarer Schatz aus einer langen vergangenen menschenw√ľrdigeren Welt √ľberkommen sind, heute fast ganz abhanden gekommen. So bleibt f√ľr diese atemlose und freudearme Welt doch nur der Schmerz als letzter Weg, um den Menschen in seinem Urgrund zu ersch√ľttern und damit die heilende und ordnende Kraft des Atems hervorzurufen.

Wir erkennen gerade in solchen Extremsituationen, wie der Atem die verschiedenen Seinsebenen des Menschen zusammenzufassen vermag, als allen gemeinsames Bindeglied, wird er als erstes angehalten und gest√∂rt, wenn eine dieser Ebenen sich isoliert und abtrennt. Ein Wiederankn√ľpfen solch derart zerrissener Beziehungen ist deshalb auch nur √ľber den Atem m√∂glich. Hier scheint uns daher auch die einzige M√∂glichkeit zu liegen, zerbrechende und auseinander gebrochene Pers√∂nlichkeitsstrukturen wieder zusammen zu f√ľgen und zu festigen. √úber der notwendigen Analysearbeit, scheint die heutige Psychologie die Integration derart gest√∂rter Pers√∂nlichkeitsstrukturen weitgehend √ľbersehen zu haben. Es geht hierbei auch nicht um das Ein√ľben bestimmter Anpassungen und Verhaltensmuster, sondern um die Urerfahrung des Menschen als ein in sich aus den Tiefen erneuerndes Wesen. Eine Erfahrung, die der Mensch leibhaftig an sich selbst erlebt, wenn das Zwerchfell im Trigonum sternocostale die Umkehr nach unten findet, ganz durchschwingt und aus dem Beckenboden den erneuernden Reflex zur Einatmung hervorruft. Daraus w√§chst ihm die Vertrautheit zu seiner Existenz und von neuem die F√§higkeit zum Vertrauen zu. Von hier ab lassen sich neue menschliche Beziehungen aufbauen und die Einsamkeit √ľberwinden. Der Atem als das verbindende funktionale Element der drei Ebenen von Geist, Seele und K√∂rper vermag auch noch in schweren F√§llen von Aufl√∂sungserscheinungen dieser Strukturen die Verbindung wieder herzustellen. So konnte Dr. Schmitt auch Leuten, die in Nervenkliniken untergebracht waren helfen.

An den Atmungsvorgängen sehen wir, wie auch scheinbar rein körperliche Krankheiten von Herz, Magen, Leber oder Wirbelsäule ihre Ursache in Störungen dieses fast alle Fasern des Menschen durchschwingenden Vorgangs haben. Die Therapie eines Organs kann deshalb nur dauernden Erfolg haben, wenn es gelingt es in all seinen Funktionen wieder in diese Atmungsvorgänge einzubeziehen.

Dies schlie√üt nicht aus, dass neben der eigentlichen Atemtherapie die Anwendung von Arzneien, B√§dern, Einreibungen usw. sinnvoll und notwendig sein kann. Vor allem dann, wenn schwer Stoffwechselgifte abgelagert im Gewebe die Reaktionsf√§higkeit der Atmung erheblich beeintr√§chtigen. In solchen F√§llen haben sich Einreibungen und Schabungen mit Johanniskraut√∂l bew√§hrt. Bei Diabetes Mellitus z.B. kam das √Ėl schlie√ülich beim Abschaben ganz schwarz aus der Haut heraus. Es holte Gifte heraus und entlastete damit ganz wesentlich den Organismus.

Die Vielfalt der Anwendungen und die ganz aus dem Kontakt mit dem Patienten sich ergebende Vielfalt der Griffe, Streichungen und, wo es nottat, auch die Tiefen ersch√ľtternden Schl√§ge kann nur der beherrschen, der selbst bereit ist bei jeder Behandlung dem Patienten wie beim ersten Mal ganz unvoreingenommen und fragend gegen√ľberzutreten. So wird eine jede Behandlung zur Quelle neuer Erfahrungen f√ľr beide. Nichts ist schlimmer, als wenn jemand in Schema und Routine erstarrt. Der Atem als der gro√üe Wandlungsvorgang im Menschen wird sich ihm dann entziehen. Wie einer in dem Ma√üe den Atem wecken kann, als er selbst davon erf√ľllt ist, so kann einer auch den Atem des anderen zerst√∂ren, wenn er selbst nicht mehr davon getragen wird. So wird mit jeder Behandlung der Behandler zur√ľckverwiesen, zur Pr√ľfung und Erneuerung aus dem Atem. Wie denn auch gerade schwerste, dem Therapeuten alles abverlangende Behandlungen ihn selbst am meisten f√∂rdern und ihm neue Kr√§fte zukommen lassen.

Helga Segatz und Team

Die Fortbildung in Atemmassage findet in Modulen statt.

Grundkurs 1 bis 3 bilden die Grundlage f√ľr die Belegung aller folgenden Kurseinheiten f√ľr Atemmassage. Bei Interesse f√ľr das Erlernen der Atemmassage (Grundkurse 1 ‚Äď 3) wenden Sie sich bitte an:  Helga Segatz  089-793 49 15 info(at)atemmassage.de

Eine Wiederholung von Grundkursen ist möglich!
Kostenlos, wenn jmd. zu einer geraden Teilnehmerzahl fehlt oder f√ľr 100 ‚ā¨ m√∂glich, wenn ein Platz frei ist.
Bei Interesse bitte einfach eine Email an: info(at)atemmassage.de

Die Arbeitskreise, Aufbau- und Weiterbildungskurse k√∂nnen anschlie√üend nach pers√∂nlichen Neigungen und Interesse gebucht werden, und bed√ľrfen keiner Reihenfolge. Kurszeiten und Kursort sind in der Regel der aktuellen Kursbeschreibung zu entnehmen.

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