Literatur

Literatur-Tipps

Das böse Mädchen

September 2017
von Mario Vargas Llosa (Suhrkamp Verlag) -> Special for Irmi 🙂

Immer wieder wickelt sie in um den Finger und weist ihn zugleich schroff zurück. Schon als Pupertierende verdreht Lilly dem jungen Ricardo im LIma der 50er Jahre den Kopf. Regelmäßig kreuzen sich ihre Wege: in Paris, in London, in Madrid und Tokio. Mal als Guerrillera, mal als Heiratsschwindlerin mit falschen Pass. Immer wieder wirbelt sie sein Leben durcheinander. Auf rätselhafte Weise sind sie wohl füreinander bestimmt – oder kann nur er nicht von ihr lassen … von diesem bösen Mädchen?
Ein Buch, das den Literaturnobelpreis 2010 erhalten hat. Wenn man beginnt, sollte man sich ein Wochenende Zeit nehmen … denn man kann es kaum mehr aus der Hand legen.

Löwen wecken

August 2017
von Ayelet Gundar-Goshen (Kein & Aber Verlag)
Mitten in der Nacht überfährt der Neurochirurg Etan Grien einen illegalen Einwanderer. Als er erkennt, dass der Mann in jedem Fall sterben wird, begeht er Fahrerflucht. Doch am nächsten Tag steht die Frau des Opfers vor seiner Haustüre und erpresst ihn.
Dieses ungewöhnliche Buch beschreibt die Geschichte eines ambitonierten Arztes, der dadurch, dass er in einem Moment eine folgenschwere Entscheidung trifft nun einem Weg folgen muss, der sein ganzes Leben umkrempelt. Ein unglaublich spannendes Buch in dem es um Liebe und Hass, um Schuld und Vergebung und um Gut und Böse geht und das aufzeigt, wie zerbrechlich unser geordnetes Leben eigentlich ist.

In meiner Not rief ich die Eule

August 2017
von Betül Licht (Hoffmann und Campe)

Angang der 60er Jahre müssen Fatma und ihre Geschwister das geliebte Dorf am Schwarzen Meer verlassen, weil ihre Eltern beschließen, nach Deutschland zu gehen. Zuerst müssen sie zur Großmutter nach Istanbul und es wird zwei Jahre dauern, bis die Eltern sie nachholen. Die Eltern haben sich verändert. Die Kulturunterschiede zwischen der Heimat und Deutschland sind groß und vieles ist für Fatma sehr schwer in ihr kleines Leben zu integrieren. Die Erwachsenen sind mit sich selbst beschäftigt.
Es vergehen viele Jahre, bis Fatma über ihre Erlebnisse sprechen kann.
Ein berührendes Buch, ohne Pathos, das zum Nachdenken einlädt.

 

Die Gierigen

Juli 2017
von Karine Tuil  (Aufbau Verlag)

Drei unzertrennliche Freunde, Nina, Samuel und Samir erträumen sich eine Zukunft, in der sie ihre Ideale verwirklichen wollen. Eine Affaire zwischen Nina und Samir führt zur Zerstörung der Freundschaft und Samir als Staranwalt nach New York. Dort trägt er maßgeschneiderte Anzüge und heiratet die Tochter eines der reichsten Männer vor Ort. Nina und Samuel führen dagegen ein tristes Dasein am Rande der Gesellschaft in Paris. Samuel brennt vor Eifersucht und initiiert ein Treffen in Paris um sich an Samir zu rächen, der in New York als Jude in einer jüdischen Familie lebt, obwohl er als Muslim in Paris aufwuchs.
Am Ende fordert das Schicksal jeden Einzelnen zur Rechenschaft.
Ein großartiger Gesellschaftsroman über die Lügen des Lebens, über Schein und Sein, über Liebe, Verrat und religiöse Verirrungen.

Feuer im Herzen

Juni 2017
Deepak Chopra (Diogenes Verlag)

Ein alter Mann namens Baba gibt einem Jungen eine Unterweisung, ein viertägiges „Seelentraining“ und bekommt Antworten auf Fragen, die viele Menschen beschäftigen: Habe ich eine Seele? Wie werden Wünsche wahr? Wie kann ich die Welt verändern? Was ist die größte Kraft im Universum?
Eine spirituelle Reise.

Rositas Haut

Mai 2017
Esther Vilar (dtv Verlag)
Ein Buch, das ich bereits 1995 gelesen und gerade wieder neu entdeckt habe: Können Sie sich vorstellen, dass eine Mücke eine Seele besitzt?
Dass sie sich verlieben kann?
Rosita arbeitet in einer Kühlschrankfabrik und liebt ihren Chef. Im Liebesnest ist eine Mücke die dritte im Bunde, die ebenso Rositas erotischer Ausstrahlung verfällt wie der Kühlschrankfabrikant.
Spannend wie ein Kriminalroman und eines der originellsten und umwerfensten Werke erotischer Literatur, die ich gelesen habe.
Ein Muss für den Sommer und jede/n, die es noch nicht kennt.

Schloss aus Glas

April 2017
Jeannette Walls (Diana Verlag)
Jeannette Walls ist bereits eine erfolgreiche Journalistin und lebt in einer Luxuswohnung in New York als sie ein Buch über ihre Kindheit schreibt:
Ein Leben ausserhalb gesellschaftlicher Normen und Konventionen. Der Vater ein Träumer und Säufer, die Mutter eine Künstlerin, deren Kunst stets Vorrang vor dem Wohl der Kinder hat. Und doch beschreibt sie sich als glückliches Kind, dem der Vater die Sterne vom Himmel holt und ihr ein Schloss aus Glas verspricht. Was bedeutet es da, mit leerem Bauch ins Bett zu gehen – oder bei Nacht und Nebel den Wohnort zu wechseln.
Beim Lesen dieses Buches wechseln die Gefühle zwischen Grauen und Lachen.

Das Rosie-Projekt

März 2017
von Graeme Simision (Fischer-Verlag)

Dr. Tillmann, ein Genetiker, findet menschliche Beziehungen meist höchst verwirrend und irrational – würde aber gern die Frau fürs Leben finden. So entwickelt er das Ehefrau-Projekt: mit einem 16seitigen Fragebogen will er auf wissenschaftlich exakte Weise die ideale Frau finden, also keine, die raucht oder trinkt, Veganerin ist oder gar unpünktlich.
Da kommt Rosie: unpünktlich, Barkeeperin, Raucherin die ihr eigenes Projekt verfolgt: sie sucht ihren biologischen Vater. Dafür braucht sie Dons Kenntnisse und ohne recht zu verstehen, wie ihm geschieht, lernt Dr. Tillmann staunend die Welt jenseits beweisbarer Fakten kennen.
Ein witziger, großartiger Roman darüber, wie man mit sich selbst in Einklang kommen kann.

Judas

Februar 2017
von Amos Oz (Suhrkamp Verlag)
Im Winter 1959 wird der junge Schmuel von seiner Freundin verlassen, seine Eltern müssen Konkurs anmelden und er dadurch sein Studium abbrechen um selbst für seinen Lebensunterhalt zu sorgen. Er findet Arbeit in einem alten Jerusalemer Haus als Gesellschafter eines behinderten, rhetorisch gewandten Mann. Dieser lebt mit seiner schönen Schwiegertochter Atalja Abranbanel zusammen, die fast doppelt so alt ist wie Schmuel und die ihm gleich zu Beginn sagt, dass er diesen Arbeitsplatz verlieren würde, wenn er sich in sie verliebe.
Zunächst scheint es, als würden alle drei ein ruhiges Leben führen. Schmuel beginnt wieder mit seiner Forschungsarbeit über „Judas in der Perspektive der Juden“, die Verkörperung des Verrats und der Niedertracht und entschlüsselt allmählich die Geheimnisse des dunklen und einsamen Hauses und seiner Bewohner.
Dieses Buch wurde 2015 mit dem internationalen Literaturpreis ausgezeichnet.

Atembücher

Ich werde oft gefragt, welche Bücher man lesen soll über die Atemarbeit.
Das ist nicht einfach … denn diese Arbeit lebt von der Erfahrung an sich selbst und ist immer geprägt von der Person, die sie anleitet.
Auf dem Buchmarkt finden sich unzählige Bücher über den Atem. In Deutschland gibt es viele Atemschulen, deren Leiter sich in unterschiedlicher Weise dem Thema Atem annehmen und noch mehr Therapeuten, die sie in Kursen und Einzelarbeit anbieten. Wovon  man sich ansprechen lässt hat meist mit der eigenen Prägung und Biographie zu tun.

Meine Arbeit ist sehr geprägt von Herta Richter und Irmela Halstenbach.
Deshalb sind mir diese beiden Frauen auch besonders nah:
„Vom Wesen des Atems“ ist 2006 erschienen im Forum Zeitpunkt, Reichert Verlag
Herta Richter im Gespräch mit Dieter Mittelsten-Scheid
„Atem holen aus der Tiefe“ bei Book on Demand (ISBN: 978-8370 – 4653-3)
von Irmela Halstenbach (gesammelte Texte)
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Allen die sich (auch ganz allgemein) über Theorie und Praxis der Lehre des Atems informieren wollen lege ich das Buch von Erika Kemmann und Katrin Fischer ans Herz. Es ist – wie ich finde – eine sehr gute „Standortbestimmung“ die den Rahmen der Atemarbeit beschreibt – seine Weite als IMG_20170205_0003_NEWauch seine Grenzen. Es ist erschienen 1999 im Verlag Urban & Fischer. 

Die verborgene Sprache der Blumen

Dezember 2016
von Vanessa Diffenbaugh (Knaur Verlag)
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Die 18-jährige Waise Victoria hält jeden, der ihr nahekommen will auf Abstand. Als kleines Mädchen hat sie die Sprache der Blumen und ihrer Bedeutung erlernt und kann nur darüber in die Begegnung mit Menschen gehen.
Ein Buch, bei dem man Raum und Zeit vergisst und jede Minute nutzt zu ihm und der Geschichte zurückzukehren.

Die Schuld der Anderen

November 2016
von Gila Lustiger (Berlin Verlag)
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Der Journalist Marc Rappaport bekommt einen Hinweis auf einen Prostituiertenmord, der vor 27 Jahren geschah und jetzt durch einen DNA Vergleich lösbar erscheint. Dabei stößt er bald auf Verstrickungen von Wirtschaft, Geld und Politik. Was als klassische Ermittlungsarbeit beginnt, wird zu einem athmosphärisch dicht erzählten Gesellschaftsroman über ein ganzes Land und unsere Gegenwart.

Die Holunderschwestern

Oktober 2016
von Teresa Simon (Heyne Verlag)

img_20161128_0002_newDie Restauratorin Katharina bekommt Besuch aus England: Alex Bluebird überreicht ihr die Tagebücher ihrer Urgroßmutter Fanny, die bis ins Jahr 1918 zurückreichen, indem sich Fanny in München eiinen Namen macht als Köchin. Die Tagebücher beschreiben das aufregende Leben zwischen den beiden Weltkriegen. Fanny lernt viele Künstler kennen und ist um ihre eifersüchtige Schwester in Sorge, die bis heute in der Familie der Restauratorin todgeschwiegen wird. 
Katharina begreift, dass damals etwas geschehen sein muss, das bis heute Schatten auf ihre Familie wirft. sie taucht immer weiter in die Vergangenheit ein und kommt einem unvorstellbaren Verrat auf die Spur.
Eine spannende Geschichte, die anschaulich beschreibt, wie der Boden bereitet wird – der dann zur Diktatur des Nationalsozialismus führt.

Die vierzig Geheimnisse der Liebe

Juli 2016
von Elif Shafak (Kein & Aber Pocket Verlag)
ShafakElla ist vierzig, verheiratet, hat drei Kinder im Teenageralter und lebt in einer amerikanischen Kleinstadt. Als Gutachterin für eine Literaturagentur taucht sie ein in einen Roman über den Sufi-Dichter und Mystiker Rumi, und die vierzig ewigen, geheimnisvollen Regeln der Liebe. Sie beginnt ihr eigenes Leben zu hinterfragen.
Wunderbar zu lesen! Wunderbar in die einzelnen Kapitel einzutauchen und sie an sich wirken zu lassen.

Fremde Wasser

April 2016
von Wolfgang Schorlau (KiWi Verlag)
Fremde Wasser_kleinBevor die Bundestagsabgeordnete Angelika Schöllkopf im Plenum des Bundestages ihre Rede halten kann, bricht sie zusammen und stirbt vor laufender Kamera. Die Großmutter glaubt nicht an den plötzlichen Herztod und beauftragt den Privatermittler Georg Dengler mit Nachforschungen.
Im Zuge dieser Ermittlungen befindet er sich mitten im globalen Machtkampf um den wichtigsten Rohstoff der Welt: Wasser.
Wolfgang Schorlau sagt zu diesem Buch: “ die Figuren sind ausgedacht. Der zugrunde liegende Sachverhalt ist es nicht. In diesem Krimi ist verdammt wenig erfunden“ und verweist auf seine Homepage in der man nachrecherchieren kann.
Ein Muss!