Literatur

Literatur-Tipps

Was Nina wusste

Februar 2021
von David Grossmann

Ebenfalls ein Roman √ľber eine Frau, die in Kroatien sehr bekannt ist. Drei Frauen, Vera, ihre Tochter Nina udn ihre Enkelin Gill k√§mpfen mit einem alten Familiengeheimis. Gill beschlie√üt zu Veras 90. Geburtstag einen Film √ľber ihre Gro√ümutter zu drehen und f√§hrt mit ihr und ihren Eltern  nach Kroatien, auf die fr√ľhere Gef√§ngnisinsel Goli Otok. Was genau geschah damals, als sie von der jugoslawischen Geheimpolizei verhaftet wurde? Warum war sie bereit ihre 6 j√§hrige Tochter wegzugeben und in dieses Lager zu gehen, anstatt sich durch ein Gest√§ndnis freizukaufen?
Es ist ein fesselnder Roman, den David Grossmann mit großer Meisterschaft erzählt.

Unorthodox

Januar 2021
von Deborah Feldman (btb Verlag)

Zuerst hab ich die Netflix Serie dazu gesehen und war total begeistert. So sehr, dass ich das Buch, das schon seit ca. 1 Jahr bei mir ungelesen rumlag, anschließend zu lesen begann. Es war ebenso spannend wie der Film und dazu vieles neu und anders erzählt. Mich wundert es nicht, dass es dieses Buch schlagartig auf die Bestsellerliste der New York Times geschafft hat.
Es ist der autobiographischer Bericht einer jungen Frau, die in der chassidischen Satmar-Gemeinde in Williamsburg, New York, aufw√§chst. Dort herrschen die strengsten Regeln einer ultraorhodoxen Gemeinde weltweit. Deborah Feldmann beschreibt den gelebten Alltag in dieser Gemeinde, die Unterdr√ľckung der Frau, von ihrer Zwangsehe und den allt√§glichen √Ąngsten in diesem Leben. Mit beispielhaften Mut und ungeheurer Kraft schafft sie es, diese Gemeinde zu verlassen und lebt heute mit ihrem Sohn in Berlin.

Adressat Unbekannt

Dezember 2020
von Kressmann Taylor (Atlantik Verlag)


Dieses erstaunliche Buch wurde zum ersten Mal 1938 ver√∂ffentlicht, es zu lesen ist ein Erlebnis besonderer Art und dazu brandaktuell. Elke Heidenreich beschreibt es im Nachwort so: “Ich habe nie auf weniger Seiten ein gr√∂√üeres Drama gelesen. Diese Geschichte ist meisterhaft, sie ist mit un√ľbertrefflicher Spannung gebaut, in irritierender K√ľrze,kein Wort zuviel, keines fehlt …”
Dem ist nichts hinzuzuf√ľgen und ich staune, dass mich dieses Buch erst jetzt gefunden hat. 

Ehre

November 2020
von Elif Shafak  (Kein & Aber Verlag)

Pembe erhoft sich ein erf√ľllteres Leben, als sie mit ihrem Mann udn drei Kindern von Istambul nach London zieht. Doch die Familie scheint weder den Anspr√ľchen ihrer alten noch der neuen Kultur gerecht zu werden. Als Pembe Elias kennenlernt er√∂ffnet dieser ihr neue Horizonte. Jamila, die Zwillingsschwester von Pembe, die in Istanbul ein einsames Dasein fristet sp√ľrt, dass sich mit der neuen Bekanntschaft gro√ües Unheil anbahnt und entschlie√üt sich dazu, nach London zu reisen.
Es ist ein monumentaler Generationenroman √ľber Liebe, Familie udn eine Tat, deren Wucht niemanden unber√ľhrt l√§sst.

Madame le Commissaire

Oktober 2020
von Pierre Martin (Knaur Verlag)

Wer die Provence liebt, sollte diese Literaturreihe lesen. Man riecht f√∂rmlich den Lavendelduft und die gute franz√∂sische K√ľche. Man erfreut sich an den etwas verschrobenen Einwohnern Fragolins im Hinterland der C√īte d’Azur und eben an Mme. le Commissaire, Isabelle Bonnet, ihren vielf√§ltigen Beziehungen und die Leichtigkeit in der sie Dinge zusammenbringt und Kriminalf√§lle l√∂st.
Unbedingt in der Reihenfolge lesen!!
Eigentlich m√∂chte man dann gleich mal verreisen … und nat√ľrlich in die Provence!

Ein Gentleman in Moskau

August 2020
von Amor Towles (List Verlag)

Ein Buch, das wie geschaffen ist f√ľr die Beschr√§nkungen des Lebens durch Covid 19.
Es spielt 1922 in Moskau. Der kluge und genussfreudige Graf Rostov wird verhaftet und zu lebenslangen Hausarrest verurteilt. Ab sofort muss er im Hotel Metropol, dem ersten Haus am Platz sein Leben fristen und all seine Privilegien aufgeben. Trotz dieser eingeschr√§nkten Umst√§nde lebt er seine √úberzeugungen, dass selbst kleine gute Taten einer chaotischen Welt Sinn verleihen. W√§hrend Russland st√ľrmische Zeiten durchlebt, verweilt er im Hotel, nimmt eine eine Arbeit als Hilfskellner an und ist und bleibt dabei stets ein Gentleman. Als ihm eine Freundin ihre kleine Tochter anvertraut, w√§chst der Graf √ľber sich hinaus.

 

Schnee der auf Zedern fällt

Juli 2020
von David Guterson   (dtv Verlag)
Ein wiederentdecktes Buch, das mich in den letzten Tagen sehr erfreute.
Das Buch spielt auf der Insel San Piedro nach dem zweiten Weltkrieg.Ein mysteriöser Mordfall lässt alte Familienfehden und die im Weltkrieg entstandenen Spannungen zwischen der angelsächsischen und japanischen Bevölkerung wieder aufleben. Kabuo Miyamoto, ein Lachfischer wird angeklagt seinen Kollegen Carl Heine ermordet zu haben.Ishmael Chambers, Reporter, Redakteur und Herausgeber der einzigen Zeitung der Insel versucht das Verbrechen aufzuklären. Hinweise und Indizien verdichten und verändern sich wie der stetig fallende Schnee, der die Landschaft der Insel ständig verändert. Ein tiefer und poetischer Roman voller wunderbarer Momente.

Du bist das Placebo -Bewusstsein wird Materie

Juni 2020
von Dr. Joe Dispenza

K√∂nnen wir uns allein mit der Kraft der Gedanken heilen, ganz ohne Medikamente, ganz ohne Operationen? Dr. Joe Dispenza, Neurowissenschaftler udn Physiologe, widmet sich in diesem Buch der Geschichte udn Physiologie des Placebo-Effekts und lehrt in seinen Workshops deren Anwendung. Viele dokumentierte F√§lle von Krebspatienten, Menschen mit Herzfunktionsst√∂rungen, Depressionen, Arthritis wurden gesund, indem sie auf ein Placebo vertrauten. Andererseits sterben Menschen, die sich als Opfer eines Fluchs oder Voodoo-Zauberst f√ľhlten oder an eine fatale medizinische Fehldiagnose glaubten.

Das rote Adressbuch

Mai 2020
von Sofia Lundberg (Goldmann Verlag)

Zu ihrem 10ten Geburtstag erh√§lt Doris von ihrem Vater ein rotes Adressbuch geschenkt, in das sie alle Menschen schreiben soll, die ihr etwas bedeuten. Jahrzehnte sp√§ter beschlie√üt sie anhand dieser Eintragungen ihre Lebensgeschichte niederzuschreiben. Ein sehr feinf√ľhlig geschriebenes Buch, das die Endlichkeit und die Lebendigkeit eines gelebten Lebens  in den Blick nimmt.

Namiko und das Fl√ľstern

April 2020
von Andreas S√©ch√©  (Ars Vivendi Verlag)

Ein junger deutscher Journalist recherchiert in Kyoto √ľber die G√§rten Japans. Dabei begegnet  er  Namiko und durch sie wird sich sein ganzes Leben ver√§ndern. Sie lehrt ihn eine offene, nicht-wertende Geisteshaltung, das, was man im ZEN dein Anf√§nger-Geist beschreibt.
Der ZEN Garten dient als Ort des Begreifens, eine Verdichtung alles Lebendigen – von Geburt und Tod, von Liebe und Jahreszeiten. Eine wundersch√∂ne Liebesgeschichte die alle und alles wandelt wird hier in wundersch√∂nen Worten  gezeichnet.

Achtsam morden

März 2020
von Karsten Dusse (Heyne Verlag)

Björn Demel, ein Strafverteidiger, wird von seiner Frau gezwungen ein Achtsamkeits-Seminar zu besuchen, um seine Ehe zu retten, ein besserer Vater zu werden und seine aus den Fugen geratende Berufswelt zu befrieden. Als sein Mandant, ein brutaler Krimineller beginnt, ernste Probleme zu bereiten, bringt ihn der Anwalt einfach um Рund zwar nach allen Regeln der Achstsamkeit. Ein Buch, das einen immer wieder zum Lachen bringt und zum Nachdenken. Herrrlich!

 

 

Die Liebe im Ernstfall

Februar 2020
von Daniela Krien (Diogenes Verlag)


In diesem Buch werden die Frauenschicksale von 5 Frauen beschrieben, deren Lebenslinien sich √ľberkreuzen. Sie erleben den Fall der Berliner Mauer und wo vorher Grenzen waren, ist nun Freiheit, die nun den Zwang zum W√§hlen kennt und die Frauen zwingt, sich mit den Fragen des Frauseins und auch des Menschseins auseinanderzusetzen.
Die Autorin beschreibt die Frauen und ihre Schicksale dabei so ber√ľhrend und lebendig, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen mag.

Der Gesang der Flusskrebse

Januar 2020
von Delia Owens  ( Hanser Verlag)

Ein Ausnahmebuch, das man am besten dann zu lesen beginnt, wenn man Zeit hat, denn einmal begonnen, kann man es nicht mehr aus den H√§nden legen. Es ist eines der sch√∂nsten B√ľcher, die ich in den letzten Jahren gelesen habe.

 

Ich nannte ihn Kravatte

Januar 2020
von Milena Michiko Flasar  (btb Verlag)

Auf einer Parkbank begegnen sich ein junger und ein alter Mensch. Es sind zwei, die aus dem Rahmen gefallen sind … jeder auf seine Weise und jeder radikal verweigern sie sich der Norm.
Die SZ beschrieb Christoph Bartmann das Buch als “ein zartes melancholisches Buch von gro√üer sprachlicher Sch√∂nheit und Klarheit. Ein makelloser Roman”. Dem k√∂nnte ich nichts hinzuf√ľgen.

 

 

Den Toten verpflichtet

Dezember 2019
von Harry Bingham (Rowohlt Verlag)

Die junge Polizistin Fiona Griffith ist der Star dieser Krimireihe von Harry Bingham. Aktuelle Themen werden gut recherchiert in einen Kriminalfall verpackt. Die psychischen Auff√§lligkeiten von Fiona tun ihr √ľbriges: verletzlich, eigensinnig und genial. Wer denkt da nicht an Stieg Larson?
Achtung: Suchtgefahr!
Ein Tipp: unbedingt in der Reihenfolge des Erscheinens lesen!