Atemfundus

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Was ist f√ľr Dich der Tod?

Immer wieder hat er etwas ganz Unvorstellbares. Er ist immer in meinem Bewusstsein.
Ich habe in einem unserer Gespr√§che von meiner Erfahrung der Gleich-G√ľltigkeit von
Leben und Tod gesprochen. Jetzt, wo ich ihm näher komme, wird mir auch das große
Geschenk des Entlassenwerdens aus der Leiblichkeit im Ausatem noch bedeutungsvoller,
wenn ich mich in seinen Strom legen kann, mich tragen lasse. Ich habe es immer wieder
erlebt, bewusst, und bitte darum, dass mich dieses Vertrauen in meinen letzten Ausatem
trägt, Рhinein in die andere Welt. Eines meiner Lieblings-Haikus ist:

‚ÄěAm Ende meiner
Reise ohne Ziel will ich fallen
in Ginsterbl√ľten.‚Äú
Sora

Aus: Herta Richter: Vom Wesen des Atems. Reichert Verlag Wiesbaden 2006, S. 135

Meine Atemlehrerin Herta Richter starb am 20.03.2013 im Alter von 87 Jahren.

Zimmermann Werner: Kräfte des Atems

Atem ist Geist, ist Leben

Mit dem ersten Schrei und Atemzug beginnt das neugeborene Menschlein sein Eigenleben. Geisteskraft bewegt und baut den Leib. Ihr gehört der Atem zu. Atem ist Geist, ist Leben, ist Prana (Indien), Lebenskraft.
Das wussten und nutzten die Weisen und F√ľhrer vieler alter V√∂lker. Auch ihre Sprachen kannten nur ein Wort, das Atem und Geist und oft auch Gott in einem bedeutete:

germanisch: Odin (Wotan ‚Äď Wode ‚Äď Odin ‚Äď Odem)
aram√§isch: ¬† Ruach (Atem ‚Äď Geist ‚Äď Seele ‚Äď Gott)#
griechisch:   Pneuma
lateinisch:    Spiritus

Das erste Buch Moses berichtet in Kapitel 2, Vers 7:
‚ÄěGott der Herr bildete den Menschen aus Staub und Erde und hauchte den Odem des Lebens in seine Nase; also ward der Mensch eine lebendige Seele.‚Äú
Der Atem macht uns zur lebendigen Seele, er bringt und entwickelt die Kr√§fte des Geistes. Die Luft ist dem Feinstofflichen, dem √Ątherischen, dem Geistigen n√§her als die Erdkrume mit Stein und Metall und aller derben Ern√§hrung. Brust und Atem stehen √ľber dem Bauche. Sie geben dem Menschen seine Haltung und tragen auch seinen Kopf. D√ľnne, klare H√∂henluft ist Zeichen des Geistes.
Ruhe und Reife des Menschen zeigen sich in der Art seines Atems. Er kann kurz und hastig, gierig oder gedankenlos eilen, gar noch durch Weiterlesen

Befreiter Naturatem

von Alice Schaarschuch

Foto: Michael Seyffer, M√ľnchen

In ihrer tiefen Natur-, und Gottverbundenheit und mit ernster Verantwortung f√ľr die heilenden und die gef√§hrdenden Atemkr√§fte schrieben die Weisen und Priester√§rzte vergangener Kulturen die Lehren vom Atem den Geheimlehren zu. Sie durften nicht anders als von¬† Mensch zu Mensch weitergegeben werden und wurden jeweils denen erschlossen, die eine¬† gewisse Stufe der Wesens- und Bewusstseinsentfaltung erreicht hatten. Das Erleben des Atems war Voraussetzung f√ľr jede weitere Entwicklung, Ausreifung und Kr√§ftesteigerung im Menschen. Und heute? Es ist wohl noch nie soviel nach dem Atem gefragt worden wie in dieser katastrophen-reichen Zeit von den ‚Äěnach Atem ringenden‚Äú Menschen.
Auch weniger gute Selbstbeobachter werden sich der Unruhe, Enge und Bedr√§ngnis ihres¬† Atems im Betriebskampf dieser Zeit zwangsl√§ufig bewusst. In allen Kreisen und Lebensaltern finden wir die Herz-, Kreislauf- und Atemn√∂te, die fr√ľher den Managern vorbehalten schienen, neben den anderen enorm sich h√§ufenden Erkrankungen. Mehr als irgendeines der vergangenen turbulenten Jahrzehnte fordert das gegenw√§rtige den frei atmenden Menschen.
Wenn viele auch nicht recht glauben, dass der Atem wirklich eine befreiende Rolle in ihrem Dasein spielen k√∂nnte, so lesen sie doch mit Interesse Zeitungsartikel √ľber dieses Thema, √ľben nach bebilderten Vorschriften und nach t√§glichen Rundfunkbefehlen. Sie kaufen sich mehr oder minder gute Atemliteratur, suchen Yoga- und Atemgymnastiklehrer auf. Es scheint die Atemlehre keine geheime Sache mehr zu sein, sie liegt gleichsam Weiterlesen

Kr√§ftigungs√ľbungen f√ľr die Augenmuskulatur

von Helga Segatz

Der Augenmuskulatur ergeht es wie jeder anderen Muskulatur des Bewegungsapparates: Wenn sie nicht ausreichend genutzt wird, verk√ľmmert und degeneriert sie. Deshalb sollte man sich m√∂glichst schon bevor die Funktionst√ľchtigkeit nachl√§sst die eine oder andere √úbung angew√∂hnen, die leicht an jedem Platz zu jeder Zeit durchgef√ľhrt werden kann und die der Kr√§ftigung der Augenmuskulatur dient. ¬†

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Impressionen vom Kurs: 5 Tage Atemerfahrung mit dem Labyrinth“ in Kloster Schlehdorf

die Fotos wurden zur Verf√ľgung gestellt von Petra Werner, Regensburg
 
Kursecho:
„… die Atemwoche hat mir einfach nuuur¬† gut getan – nochmals vielen Dank f√ľr dieses wunderbare Gef√ľhl mit mir.“

“ …ich bin noch ganz verzaubert von diesen wundervollen 5 Tagen die ihr mir geschenkt habt. Nochmal vielen herzlichen Dank. Es war genial und vollendet auf einander abgestimmt¬† und hat sich wunderbar erg√§nzt.“

„…¬† danke f√ľr diese aussergew√∂hnlichen Tage!“

Den Weg in die Mitte gehen

5 Tage Atemerfahrung mit dem Labyrinth

Unser Leben beginnt mit dem ersten Atemzug und endet mit dem letzten. Der Weg dazwischen ist das, was wir ‚Äěunser‚Äú Leben nennen.
Das Labyrinth ist eines der √§ltesten Symbole der Menschheit und auch im Christentum verankert. Es findet Ankn√ľpfungen in alter und moderner Frauenmystik. Wie im ¬†Leben f√ľhren viele Wendungen in eine Mitte. Die Menschen gehen diesen Weg durch das Labyrinth aus unterschiedlichen Anl√§ssen: In der Mitte flie√üt alles zusammen und kommt zu Ruhe. Im Religi√∂sen steht sie f√ľr das G√∂ttliche in einem selbst; das religi√∂se ‚ÄěJa‚Äú zur eigenen Existenz.

Fotos: Helga Segatz, M√ľnchen

Die Wendungen im Labyrinth stehen f√ľr Wegmarken , die unver√§nderbar mit dem eigenen Leben verbunden sind. Dazu geh√∂ren u.a. Beziehungen, Umz√ľge, Trennungen, Kinder-, bzw. ¬†Kinderlosig¬≠keit, Krankheiten oder gar die Erfahrung von Tod im gelebten pers√∂nlichen Umfeld.
In diesem 5-Tages- Kurs gibt es viele Atemangebote und Labyrinthbegehungen zu verschiedenen Themen: Was haben die Wendungen meines Lebens f√ľr eine Bedeutung? Gibt es in meinem Leben ein Ziel, eine Mitte? Wie bin ich unterwegs und mit wem? Manchmal werden Fragen erlebt, noch bevor sie gedacht oder besprochen worden sind.
Wie in einem Spiegel erkennt man zuweilen die Wege und Wendungen des eigenen Lebens ‚Äď und manchmal ist es auch einfach ein heiterer unbeschwerter Tanz, der uns durch das Labyrinth und unseren Atem f√ľhrt. Lassen Sie sich √ľberraschen!

Kursort:         Kloster Schlehdorf, Kirchstr. 9, 82444 Schlehdorf  www.Schlehdorf.org
Kurszeit:        Mi 18.04.12 (14.30 Uhr ) bis So  22.04.12 (14.00 Uhr)
KursleiterInnen: Helga Segatz und Paula Karl

R√ľckfragen:¬† Helga Segatz¬†¬† 089-793 49 15¬† info@atemmassage.de

Bei Anmeldung erhalten Sie schriftlich eine Anmeldebest√§tigung und Rechnung. Erst mit √úberweisung der Kursgeb√ľhr ist Ihre Anmeldung verbindlich.

Friedrich Weinreb

Foto: Mica Claus, M√ľnchen

 

„Frei und ohne Zwang soll
dein Atem sein,
ohne Technik,
sonst gerätst du in Widerspruch
zu deiner urspr√ľnglichen Freiheit,
die dir  im Odem Gottes
geschenkt wurde.“

Friedrich Weinreb aus:
„geistige Erfahrung und Lebenspraxis

Vom Lachen und vom Lächeln

Der verlorenste aller Tage ist der,
an dem man nicht gelacht hat.
Nicolas Chamfort

von Dr. K.O. Kuppe       aus Atem und Mensch 1/1965

In vorchristlicher Zeit hat bereits Heraklid den Ausspruch getan, dass Lachen und Weinen des Menschen heilige Handlungen seien. Er hat das wissenschaftlich bewiesen, aber er hat wahrscheinlich intuitiv erfasst, dass sowohl im Lachen als auch im Weinen etwas Elementares, Urspr√ľngliches zum Ausdruck kommt.
Jedes Lachen und jedes Weinen f√ľhrt zu einer seelischen und auch k√∂rperlichen Ersch√ľtterung.

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Tipp: Auf den Spuren der Intuition

ab dem 07.10.10 beginnt in BR-alpha die Ausstrahlung der Sendereihe „auf den Spuren der Intuition“.
Im w√∂chentlichen Rhythmus, jeweils Donnerstags um 19 Uhr und in einer Wiederholung freitags um 9.30 Uhr gibt es 13 halbst√ľndige Folgen zu sehen.

In den Folgen 2, 4, 6 und 13 erfahren Sie dabei auch etwas √ľber das Atemhaus M√ľnchen,
Herta Richter und die Arbeit mit dem Atem. 

Der Atem: Tor zur Biologie

von David Servan-Schreiber
aus „Das Antikrebsbuch“(S. 249)

Photo: Henner Weinschenk, M√ľnchen

Im Yoga, in der Meditation, im Qigong und bei modernen westlichen Methoden wie der Herzkoh√§renz ‚Äď immer ist der Atem das Tor zum Innenleben. Es geht damit los, dass wir uns bequem hinsetzen, mit geradem R√ľcken, in der Position, die der tibetische Meister Sogyal Rinpoche die „w√ľrdige“ nennt.¬†
So kann der Luftstrom ganz frei durch die Nasenfl√ľgel in die Kehle, weiter in die Bronchien und bis tief in die Lungen flie√üen und dann den ganzen Weg wieder zur√ľck. Zwei tiefe Atemz√ľge mit voller Aufmerksamkeit gen√ľgen, und wir sp√ľren, dass sich etwas in uns entspannt. Eine Art Bejahen, eine Leichtigkeit, ein weiches Gef√ľhl breitet sich, in der Brust und

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Atmend den Bogen spannen

Von Matthias J. Ulrich

Seit dem Erscheinen von Eugen Herrigels Buch ‚Äö Zen in der Kunst des Bogenschie√üens‚Äė im Jahr 1948, assoziieren im Westen viele mit dem Bogenschie√üen nicht mehr eine alte Kriegskunst sondern eine meditative √úbung. Das Spannen des Bogens reizt uns, etwas von dieser Transformation zu erfahren.

Herrigel √ľbte f√ľnf Jahre in Japan bei Meister Awa Kenzo, bevor dieser ihm sagte, nun schie√üe nicht ‚Äöer‚Äė sondern ‚Äöes‚Äė.¬†
Am Anfang des √úbens stand der Atem.
Die ersten Versuche Herrigels den Bogen zu spannen kommentierte der Meister: ‚ÄěSie k√∂nnen es nicht, weil Sie nicht richtig atmen‚Äú und¬†¬†
¬†‚Äěmit der richtigen Atmung entdecken Sie den Ursprung geistiger Kraft. Je lockerer Sie sind, desto leichter flie√üt die Kraft.‚Äú Er fing also an, sich unter Anleitung seines Meisters erst einmal im Atmen zu √ľben, mit leichtem Summen um die Atmung zu kontrollieren. Er bem√ľhte sich gewissenhaft, den lockeren Atem auf das Bogenschie√üen zu √ľbertragen. Es wollte nicht gelingen. Der Meister, der das bemerkte, sagte: ‚ÄěDas ist gerade der Fehler, dass Sie sich darum bem√ľhen. Atmen Sie so, als h√§tten Sie nichts anderes zu tun.‚Äú
Nach langem √úben gelang es Herrigel dann tats√§chlich einmal, sich unbek√ľmmert in die Atmung fallen zu lassen. Er atmete nicht mehr, er wurde geatmet. Im Lauf der Zeit gelang es ihm immer √∂fter, bei v√∂lliger Lockerung den Bogen zu spannen und die Spannung zu halten. So verging das erste √úbungsjahr (1)
Wer von uns zum ersten Mal einen Bogen in die Hand nimmt ist weder in einem Zen-Kloster in Japan noch

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Guten Abend, gute Nacht

von Dr. K.O. Kuppe

Manch einer wird sich noch aus seiner Kindheit eine Erinnerung bewahrt haben an die Melodie eines Wiegenliedes, das ihm seine Mutter zum Einschlafen vorgesungen hat. Viele werden allerdings Wiegenlieder nur noch im Musikunterricht der Schule kennen gelernt haben und diese vielleicht unter innerem Protest des jugendlichen Gem√ľtes als veraltet und l√§ngst √ľberholt mitgesungen haben.
Als Kinder und junge Menschen haben wir meist alle gut und fest geschlafen. Erst in sp√§teren Lebensjahren sp√ľrt man, was Schlaflosigkeit bedeuten kann. F√ľr den ganzen Tag ist es bedeutungsvoll, ob wir mit dem ‚Äěrichtigen Bein‚Äú aufgestanden sind oder ob wir unausgeschlafen an unser Tagwerk gehen.

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