Archiv f√ľr den Monat: Mai 2019

Kaffee und Zigaretten

Mai 2019
Ferdninant von Schirach  (Luchterhand Verlag)

In diesem Buch geht es um pr√§gende Erlebnisse,  Begegnungen und Ereignissen des 1964 geborenen Rechtsanwalts. Es ist ein sehr pers√∂nliches Werk, in denen er diese Geschehnisse in sein moralisches, durchaus b√ľrgerliches Empfinden einzuordnen versucht. Dabei werden in sachlichem und n√ľchternem Erz√§hlstil Episoden des aktuellen Tagesgeschehens verbunden mit historischen Ereignissen. Zum Beispiel zitiert er seinen Gro√üvater Baldur von Schirach, der 1942 die Deportation der Juden in Wien als einen „aktiven Beitrag zur europ√§ischen Kultur“ genannt hat und stellt sie seiner Scham gegen√ľber als er mit einer j√ľdischen Anw√§ltin spricht, deren Gro√ümutter in Wien deportiert worden ist. Eine Begegnung mit Lars Gustafsson f√ľhrt zu der Erkenntnis, dass die Frage nach einem gelingenden Leben so kompliziert sein kann, wie der Aufschlag beim Tennis. Ein Buch, dass in seinen kurzen Beitr√§gen einl√§dt √ľber sich und die Welt nachzudenken.

Befreiter Naturatem

von Alice Schaarschuch

Foto: Michael Seyffer, M√ľnchen

In ihrer tiefen Natur-, und Gottverbundenheit und mit ernster Verantwortung f√ľr die heilenden und die gef√§hrdenden Atemkr√§fte schrieben die Weisen und Priester√§rzte vergangener Kulturen die Lehren vom Atem den Geheimlehren zu. Sie durften nicht anders als von  Mensch zu Mensch weitergegeben werden und wurden jeweils denen erschlossen, die eine  gewisse Stufe der Wesens- und Bewusstseinsentfaltung erreicht hatten. Das Erleben des Atems war Voraussetzung f√ľr jede weitere Entwicklung, Ausreifung und Kr√§ftesteigerung im Menschen. Und heute? Es ist wohl noch nie soviel nach dem Atem gefragt worden wie in dieser katastrophen-reichen Zeit von den ‚Äěnach Atem ringenden‚Äú Menschen.
Auch weniger gute Selbstbeobachter werden sich der Unruhe, Enge und Bedr√§ngnis ihres  Atems im Betriebskampf dieser Zeit zwangsl√§ufig bewusst. In allen Kreisen und Lebensaltern finden wir die Herz-, Kreislauf- und Atemn√∂te, die fr√ľher den Managern vorbehalten schienen, neben den anderen enorm sich h√§ufenden Erkrankungen. Mehr als irgendeines der vergangenen turbulenten Jahrzehnte fordert das gegenw√§rtige den frei atmenden Menschen.
Wenn viele auch nicht recht glauben, dass der Atem wirklich eine befreiende Rolle in ihrem Dasein spielen k√∂nnte, so lesen sie doch mit Interesse Zeitungsartikel √ľber dieses Thema, √ľben nach bebilderten Vorschriften und nach t√§glichen Rundfunkbefehlen. Sie kaufen sich mehr oder minder gute Atemliteratur, suchen Yoga- und Atemgymnastiklehrer auf. Es scheint die Atemlehre keine geheime Sache mehr zu sein, sie liegt gleichsam Weiterlesen