Archiv f√ľr den Tag: 23. Oktober 2017

Die Funktion der Atmung nach der Polyvagal-Theorie

Die prim√§re Steuerung der Atmung geschieht durch das vegetative Nervensystem. Die Ruheatmung obliegt dem Vagus, die Stressatmung dem Sympathikus. In Extremf√§llen √ľbernimmt wieder der Vagus in seiner unmyelisierten Form die Kontrolle und bewirkt eine maximale Reduktion der Atmung bis zum Atemstillstand.

‚ÄěPhysiologisch ‚Äöz√ľgelt‚Äô das Atmen den Einfluss des myelinisierten Vagus auf das Herz. Wenn wir einatmen, wird der Einfluss des Vagus abgeschw√§cht, und die Herzrate steigt. Atmen wir aus, wird der Einfluss des Vagus st√§rker, und die Herzrate sinkt. Diese simple mechanische Ver√§nderung beim Atmen verst√§rkt die beruhigende und allgemein positive Wirkung des myelinisierten Vagus auf den K√∂rper.‚Äú (Porges, 264).

Die Atmung ist ein untr√ľglicher Indikator f√ľr unseren inneren Zustand. Sobald die Atmung beschleunigt wird, verst√§rkt sich auch die Aktivit√§t des Herzens, und die Stressreaktion setzt ein. Gleichzeitig wird die Aktivit√§t des sozialen Systems herabgesetzt. Wir werden zunehmend gereizt und gehen den Menschen in unserer Umgebung ‚Äěauf die Nerven‚Äú. Im Extremfall erstarren wir oder fallen wir in Ohnmacht und scheiden tempor√§r v√∂llig aus dem sozialen Netz aus. Deshalb sollten wir auf der Hut sein, wenn wir merken, dass unsere Atmung ohne k√∂rperliche Anstrengung hektisch zu werden beginnt. Sie signalisiert uns, ob wir uns in einer stressigen Situation noch im Griff haben, oder ob wir in der Hierarchie der vegetativen Zust√§nde abrutschen. (Porges, 113)

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