Archiv für den Tag: 1. Januar 2017

Über Günther Braunger

eine Biographie von Helga Segatz
Günther Braunger, ein genialer Heilpraktiker dieses Jahrhunderts, wurde am 08.05.1933 in München geboren und starb dort am 09.02.1999 im Alter von fast 66 Jahren.

Günther Braunger wurde Im Mai 1933, also kurz nach der Machtergreifung Hitlers, der am 30.01.33 von Paul von Hindenburg zum Reichskanzler ernannt wurde. Bereits zwei Tage nach seiner Geburt fand auf dem Königsplatz in München eine Bücherverbrennung statt. Die ersten Luftangriffen auf München begleiteten seine Einschulung und es fanden die ersten Judendeportationen statt.
1939 führte der deutsche Angriff auf Polen zum 2. Weltkrieg. Günther Braunger wuchs gemeinsam mit seiner Schwester auf in einer Gesellschaft, die geprägt war von der Diktatur Hitlers und seiner Partei, der
NSDAP. Sein Elternhaus konnte man als „gutbürgerlich“ bezeichnen: Der Vater war Inhaber eines Verlags, seine Mutter sorgte für den Haushalt.
Um zu den späteren Werdegang Günther Braungers besser zu verstehen ist es hilfreich zu wissen, dass um 1900 eine Lebensreformbewegung begann, die alle Bereiche der Menschen und der Gesellschaft erfasste. Sie erreichte ihren Höhepunkt 1925 und bewarb eine naturnahe Lebensweise, die im Alltag der Menschen als geistige Strömung präsent war.
Die Industrialisierung wurde verurteilt. Im Sinne dieses „Zurück zur Natur“ wurde die ökologische Landwirtschaft, der Vegetarismus, die Freikörperkultur, die Turnbewegung beworben. Die  Naturheilkunde erfreute sich zunehmender Beliebtheit und auch die Homöopathie.
Der Kneippbund hatte zahlreiche Anhänger. Dies machte sich die NSDAP zu Nutze: 1933 wurde die „Deutsche Lebensreform-Bewegung“ gleichgeschaltet und ging in die naturgemäße Lebens-und Heilweise der NSDAP auf. Aus der Erfahrungs-, und Laienheilkunde entwickelte sich der Heilpraktiker, der 1936 als freier Beruf anerkannt wird.

Die in München bekannte Arztpersönlichkeit Dr. med. Ludwig J. Schmitt erwirbt 1929 am Siegestor ein Gebäude in dem er eine Atemklinik errichten wird, die großen Zulauf hatte. Dort kamen alternative Heilverfahren zur Anwendung wie z.B. Homöopathie, Kneippanwendungen sowie viele Arten von Kräuterbädern. Darüber hinaus propagierte Schmitt Yogaübungen und interessierte sich für die Lehren des Paramahansa Yogananda . Der Arzt vertrat den Ansatz, dass es zwischen dem körperlichen Krankheitsgeschehen und psychischen Vorgängen eine Verbindung gibt. In den politischen Wirren jener Zeit wurde die Klinik geschlossen und Dr. J. Ludwig Schmitt kam in Haft. Im Mai 1941 nahm die Schmitt Klinik ihre Tätigkeit wieder auf und ab jetzt stand die Atemmassage im Mittelpunkt seiner Therapie. 
Die Begegnung mit diesem Arzt war für Günther Braunger von schicksalhafter Bedeutung. Weiterlesen