Literaturtipps
Februar 2012
Der Feind in meinem Zimmer von Yoram Yovell (btb Verlag)
Der bekannte israelische Psychoanalytiker erzählt von Menschen in seiner Praxis. Spannend, einfühlsam liest sich das Buch wie ein Roman, das dem Leser nicht nur die menschliche Seele näher bringt, sondern dazu auch israelisches Leben in der Gegenwart.
Dezember 2011
Drei Minuten mit der Wirklichkeit von Wolfram Fleischhauer (Knaur Verlag)
Eine angehende Tänzerin an der Berliner Staatsoper – und ein junger Tangostar aus Argentinien. Eine Liebesgeschichte, die sich zu einem Alptraum entwickelt, denn Damián ist plötzlich wie vom Erdboden verschwunden. Die einzige Spur ist sein rätselhafter Tanzstil. Und sie, die ihm Hals über Kopf nach Buenos Aires folgt, gerät Schritt für Schritt in ein teuflisches Labyrinth, das sie zurückführt zu den vergangenen Tragödien dieser Stadt.
Eine Mischung aus Polit-Thriller und dramatischer Liebesgeschichte, sehr spannend erzählt.
November 2011
Die feine Nase der Lilli Steinbeck von Heinrich Steinfest (PiperTaschenbuch)

Lilli Steinbeck, stilbewusste Polizistin mit deformierter “Klingonennase”, soll den nach einem nächtlichen Apfelwurf durchs Einfamilienhausfenster den entführten Vogelforscher Georg Stransky retten, begegnet dabei Dronten (eigentlich ausgestorben), Vögeln und dem Detektiv Spiridon Kallimachos (fett, unverwundbar), dessen Kind sich nur von Lilli Steinbeck beruhigen lässt. Ein wunderbar erheiternder Roman, der einen staunen lässt, was sich ein Autor so alles ausdenken kann. Gut für Menschen, die Krimis mögen und eine Freude am Absurden haben.
Oktober 2011
Aufrichtige Erzählungen eines russischen Pilgers von Emmanuel Jungclaussen (Herder Verlag)

Ein unbekannter, russischer Pilger erzählt über seine Erfahrungen mit dem Herzensgebet, dem fortwährenden Chanten des Namens des Herrn. Dieses ganz bemerkenswerte Büchlein ist eine wunderbare und zugleich höchst lehrreiche Lektüre zur Praxis einer verinnerlichten Spiritualität und Mystik, die wir im Westen dringender denn je suchen und brauchen.
September 2011
Die Bücherdiebin von Markus Zusak (blanvalet Verlag)

Die Geschichte handelt von Liesel, die schon im Alter von 9 Jahren viel verloren hat: ihren Vater, einen Kommunisten, ihre Mutter, die ständig krank war und ihren Bruder Werner auf der Fahrt nch Molching zu den Menschen, die ihre Pflegeeltern werden sollten. Als der Bruder stirbt gerät sie zum ersten Mal in das Blickfeld des Todes. Sie stiehlt ihr erstes Buch sozusagen als Ausgleich für den erlittenen Verlust. Es wird nicht das einzige gestohlene Buch bleiben – dazu kommen Äpfel, Kartoffel und das Herz von Rudi. Das von Hans und Rosa Hubermann und das von Max, dem Juden, der von ihren Pflegeeltern im Keller versteckt gehalten wird. Und das des Todes – denn selbst der Tod hat ein Herz!
Ein wunderbares Buch, das einen anrührt und aufwühlt, und das man gar nicht mehr aus den Händen legen mag.
August 2011
A Long Way Down von Nick Hornby (Knaur Verlag)

Man kann sich einfach nicht in Ruhe umbringen, wenn andere dabei zusehen. Vier Lebensmüde treffen sich Sylvesterauf dem Dach eines Hochhauses und erzählen sich ihre Lebensgeschichten. Der Talkmaster Martin, das Mädchen Jess, der Musiker JJ und die Hausfrau Maureen. Eine Gruppe von Menschen findet zueinander, die unterschiedlicher gar nicht sein könnte und die sich doch auf wundersame Weise zu helfen wissen.
Ein tolles Buch, das nachdenklich macht – einen zum Lachen bringt und zum Weinen rührt.
Juli 2011
Sommerlügen von Bernhard Schlink (Diogenes Verlag)

Lebensentwürfe, Liebeshoffnungen, Alterseinsichten – was ist Illusion, und was stimmt?
Was bleibt, wenn eine Illusion zerplatzt? Die Flucht in eine andere? Weil das Leben ohne
Lebenslügen nicht zu bewältigen ist?
Sieben irritierend-bewegende Geschichten ….
Juni 2011
Jeden Augenblick genießen von Thich Nhat Than (Herder Verlag)

Übungen zur Achtsamkeit
Achtsamkeit ist der Schlüssel zu einem bewussten udn erfüllten Leben. Sie hilft, mit den Herausforderungen udn Schwierigkeiten des Lebens besser umzugehen – und den Augenblick zu genießen. In jedem Kapitel macht Thich Nhat Than mit einem Aspekt der Achtsamkeit vertraut und bietet konkrete Übungen an.
April 2011
Das Herzenhören von Jan-Philipp Sendker

Die junge New Yorker Anwältin Julia Win hat sich noch nie so fremd gefühlt wie in Kalaw, einem Dorf in den Bergen Birmas. Hierher hat sie die Suche nach ihrem Vater geführt, der vor Jahren plötzlich verschwunden ist. Ein alter Liebesbrief von ihm, den er an eine Unbekannte gerichtet hat, hatte ihre Neugierde geweckt. In Kalaw lernt Julia einen alten Mann kennen, der ihr die geheimnisvolle Geschichte ihres Vaters erzählt ….
März 2011
Feuer brennt nicht von Ralf Rothmann(Suhrkamp)
Berlin nach dem Mauerfall. Kreuzberg ist gesichtslos geworden, in den Szenebezirken lebt man auf zu dünnem Eis, und so ziehen Alina und Wolf an den grünen Rand der Stadt. Am Müggelsee, wo die Unterschiede zwischen Ost und West noch nicht verwischt sind, dem Ort erstaunlicher Begegnungen mit Menschen der untergegangenen Republik, sieht Wolf sich zunehmend überfordert von dem Zusammenleben mit Alina, trotz der komfortablen Wohnung. Als plötzlich Charlotte auftaucht, eine Geliebte aus vergangenen Tagen, ergreift er die Flucht in neue, vom offensiven Eros der Professorin befeuerte Sensationen – getarnt als Ausflüge mit seinem Labrador Webster. In dessen Fell hält sich der fremde Parfümduft unerwartet lange. Alina wird skeptisch, und zum Erstaunen von Wolf akzeptiert diese das Verhältnis nicht nur, sondern ermuntert ihn sogar ….
Februar 2011
Erleuchtung und Alltag von Silvia Ostertag ( Herder Verlag)

Was ist dieser geheimnisvolle Zustand, den die Menschen “Erleuchtung” nennen? Was geschieht auf dem ZEN-Weg? Auf was ist zu achten? Worauf kommt es an? Wer kann diesen Weg gehen? Ist da auch etwas für mich?
Eine bekannte ZEN-Meisterin spricht über alles, was ein Lernender gehört haben sollte, soweit sich das Unsagbare eben noch mit den Worten erreichen lässt.
Januar 2011
Nach Hause schwimmen von Rolf Lappert (dtv Verlag)
Der kleine Wilbur ist sich sicher: bei ihm geht alles schief. Die Mutter stirbt bei seiner Geburt. Der Vater verschwindet daraufhin und sein erstes Zuhause ist der Brutkasten. Erst als seine Großeltern ihn nach Irland holen scheint es, als bekäme er eine Heimat. Doch das Glück ist nur von kurzer Dauer. Die Großmutter verunglückt, sein Großvater wird dement und sein bester Freund landet in der Erziehungsanstalt.
Rolf Lappert hat einen wunderbaren Roman geschrieben über das Erwachsenwerden eines kleinen, in der Welt verzeifelten Jungen, ein Roman, der berührt, einen immer wieder lachen und staunen lässt darüber, wie der kleine Wilbur mit all diesen Schicksalschlägen umgeht und lernt, zu leben – ob er will oder nicht.