Literatur

Literatur-Tipps

Schloss aus Glas

April 2017
Jeannette Walls (Diana Verlag)
Jeannette Walls ist bereits eine erfolgreiche Journalistin und lebt in einer Luxuswohnung in New York als sie ein Buch ĂŒber ihre Kindheit schreibt:
Ein Leben ausserhalb gesellschaftlicher Normen und Konventionen. Der Vater ein TrĂ€umer und SĂ€ufer, die Mutter eine KĂŒnstlerin, deren Kunst stets Vorrang vor dem Wohl der Kinder hat. Und doch beschreibt sie sich als glĂŒckliches Kind, dem der Vater die Sterne vom Himmel holt und ihr ein Schloss aus Glas verspricht. Was bedeutet es da, mit leerem Bauch ins Bett zu gehen – oder bei Nacht und Nebel den Wohnort zu wechseln.
Beim Lesen dieses Buches wechseln die GefĂŒhle zwischen Grauen und Lachen.

Das Rosie-Projekt

MĂ€rz 2017
von Graeme Simision (Fischer-Verlag)

Dr. Tillmann, ein Genetiker, findet menschliche Beziehungen meist höchst verwirrend und irrational – wĂŒrde aber gern die Frau fĂŒrs Leben finden. So entwickelt er das Ehefrau-Projekt: mit einem 16seitigen Fragebogen will er auf wissenschaftlich exakte Weise die ideale Frau finden, also keine, die raucht oder trinkt, Veganerin ist oder gar unpĂŒnktlich.
Da kommt Rosie: unpĂŒnktlich, Barkeeperin, Raucherin die ihr eigenes Projekt verfolgt: sie sucht ihren biologischen Vater. DafĂŒr braucht sie Dons Kenntnisse und ohne recht zu verstehen, wie ihm geschieht, lernt Dr. Tillmann staunend die Welt jenseits beweisbarer Fakten kennen.
Ein witziger, großartiger Roman darĂŒber, wie man mit sich selbst in Einklang kommen kann.

Judas

Februar 2017
von Amos Oz (Suhrkamp Verlag)
Im Winter 1959 wird der junge Schmuel von seiner Freundin verlassen, seine Eltern mĂŒssen Konkurs anmelden und er dadurch sein Studium abbrechen um selbst fĂŒr seinen Lebensunterhalt zu sorgen. Er findet Arbeit in einem alten Jerusalemer Haus als Gesellschafter eines behinderten, rhetorisch gewandten Mann. Dieser lebt mit seiner schönen Schwiegertochter Atalja Abranbanel zusammen, die fast doppelt so alt ist wie Schmuel und die ihm gleich zu Beginn sagt, dass er diesen Arbeitsplatz verlieren wĂŒrde, wenn er sich in sie verliebe.
ZunĂ€chst scheint es, als wĂŒrden alle drei ein ruhiges Leben fĂŒhren. Schmuel beginnt wieder mit seiner Forschungsarbeit ĂŒber „Judas in der Perspektive der Juden“, die Verkörperung des Verrats und der Niedertracht und entschlĂŒsselt allmĂ€hlich die Geheimnisse des dunklen und einsamen Hauses und seiner Bewohner.
Dieses Buch wurde 2015 mit dem internationalen Literaturpreis ausgezeichnet.

AtembĂŒcher

Ich werde oft gefragt, welche BĂŒcher man lesen soll ĂŒber die Atemarbeit.
Das ist nicht einfach … denn diese Arbeit lebt von der Erfahrung an sich selbst und ist immer geprĂ€gt von der Person, die sie anleitet.
Auf dem Buchmarkt finden sich unzĂ€hlige BĂŒcher ĂŒber den Atem. In Deutschland gibt es viele Atemschulen, deren Leiter sich in unterschiedlicher Weise dem Thema Atem annehmen und noch mehr Therapeuten, die sie in Kursen und Einzelarbeit anbieten. Wovon  man sich ansprechen lĂ€sst hat meist mit der eigenen PrĂ€gung und Biographie zu tun.

Meine Arbeit ist sehr geprÀgt von Herta Richter und Irmela Halstenbach.
Deshalb sind mir diese beiden Frauen auch besonders nah:
„Vom Wesen des Atems“ ist 2006 erschienen im Forum Zeitpunkt, Reichert Verlag
Herta Richter im GesprÀch mit Dieter Mittelsten-Scheid
„Atem holen aus der Tiefe“ bei Book on Demand (ISBN: 978-8370 – 4653-3)
von Irmela Halstenbach (gesammelte Texte)
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Allen die sich (auch ganz allgemein) ĂŒber Theorie und Praxis der Lehre des Atems informieren wollen lege ich das Buch von Erika Kemmann und Katrin Fischer ans Herz. Es ist – wie ich finde – eine sehr gute „Standortbestimmung“ die den Rahmen der Atemarbeit beschreibt – seine Weite als IMG_20170205_0003_NEWauch seine Grenzen. Es ist erschienen 1999 im Verlag Urban & Fischer. 

Die verborgene Sprache der Blumen

Dezember 2016
von Vanessa Diffenbaugh (Knaur Verlag)
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Die 18-jĂ€hrige Waise Victoria hĂ€lt jeden, der ihr nahekommen will auf Abstand. Als kleines MĂ€dchen hat sie die Sprache der Blumen und ihrer Bedeutung erlernt und kann nur darĂŒber in die Begegnung mit Menschen gehen.
Ein Buch, bei dem man Raum und Zeit vergisst und jede Minute nutzt zu ihm und der Geschichte zurĂŒckzukehren.

Die Schuld der Anderen

November 2016
von Gila Lustiger (Berlin Verlag)
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Der Journalist Marc Rappaport bekommt einen Hinweis auf einen Prostituiertenmord, der vor 27 Jahren geschah und jetzt durch einen DNA Vergleich lösbar erscheint. Dabei stĂ¶ĂŸt er bald auf Verstrickungen von Wirtschaft, Geld und Politik. Was als klassische Ermittlungsarbeit beginnt, wird zu einem athmosphĂ€risch dicht erzĂ€hlten Gesellschaftsroman ĂŒber ein ganzes Land und unsere Gegenwart.

Die Holunderschwestern

Oktober 2016
von Teresa Simon (Heyne Verlag)

img_20161128_0002_newDie Restauratorin Katharina bekommt Besuch aus England: Alex Bluebird ĂŒberreicht ihr die TagebĂŒcher ihrer Urgroßmutter Fanny, die bis ins Jahr 1918 zurĂŒckreichen, indem sich Fanny in MĂŒnchen eiinen Namen macht als Köchin. Die TagebĂŒcher beschreiben das aufregende Leben zwischen den beiden Weltkriegen. Fanny lernt viele KĂŒnstler kennen und ist um ihre eifersĂŒchtige Schwester in Sorge, die bis heute in der Familie der Restauratorin todgeschwiegen wird. 
Katharina begreift, dass damals etwas geschehen sein muss, das bis heute Schatten auf ihre Familie wirft. sie taucht immer weiter in die Vergangenheit ein und kommt einem unvorstellbaren Verrat auf die Spur.
Eine spannende Geschichte, die anschaulich beschreibt, wie der Boden bereitet wird – der dann zur Diktatur des Nationalsozialismus fĂŒhrt.

Die vierzig Geheimnisse der Liebe

Juli 2016
von Elif Shafak (Kein & Aber Pocket Verlag)
ShafakElla ist vierzig, verheiratet, hat drei Kinder im Teenageralter und lebt in einer amerikanischen Kleinstadt. Als Gutachterin fĂŒr eine Literaturagentur taucht sie ein in einen Roman ĂŒber den Sufi-Dichter und Mystiker Rumi, und die vierzig ewigen, geheimnisvollen Regeln der Liebe. Sie beginnt ihr eigenes Leben zu hinterfragen.
Wunderbar zu lesen! Wunderbar in die einzelnen Kapitel einzutauchen und sie an sich wirken zu lassen.

Fremde Wasser

April 2016
von Wolfgang Schorlau (KiWi Verlag)
Fremde Wasser_kleinBevor die Bundestagsabgeordnete Angelika Schöllkopf im Plenum des Bundestages ihre Rede halten kann, bricht sie zusammen und stirbt vor laufender Kamera. Die Großmutter glaubt nicht an den plötzlichen Herztod und beauftragt den Privatermittler Georg Dengler mit Nachforschungen.
Im Zuge dieser Ermittlungen befindet er sich mitten im globalen Machtkampf um den wichtigsten Rohstoff der Welt: Wasser.
Wolfgang Schorlau sagt zu diesem Buch: “ die Figuren sind ausgedacht. Der zugrunde liegende Sachverhalt ist es nicht. In diesem Krimi ist verdammt wenig erfunden“ und verweist auf seine Homepage in der man nachrecherchieren kann.
Ein Muss!

Die Wahrheit ĂŒber den Fall Harry Quebert

April 2016
von Joel Dicker (Piper Verlag)
Quebert_kleinIm Garten des bekannten Harry Quebert wird eine Leiche gefunden und mit ihr das Originalmanuskript seines Bestsellers. Es ist die seit 33 Jahren verschollene Nola, eine damals 15jÀhrige junge Frau. Als Quebert auch noch zugibt mit ihr ein VerhÀltnis gehabt zu haben ist der Skandal perfekt.
Er wird verhaftet und des Mordes angeklagt. Der einzige, der noch zu ihm hĂ€lt ist sein SchĂŒler und Freund Marcus Goldmann, mittlerweile ebenfalls ein erfolgreicher Schriftsteller. Er fĂ€hrt nach Aurora um auf eigene Faust zu ermitteln.
Ein raffinierter Krimi und ein atemberaubendes LesevergnĂŒgen bis zur letzten Seite.

Die letzte Flucht

MĂ€rz 2016
von Wolfgang Schorlau (KiWi-Verlag)
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Prof. Dr. Bernhard Voss, Arzt in der CharitĂš wird eines schrecklichen Verbrechens beschuldigt: er soll eine NeunjĂ€hrige mißbraucht und ermordet haben. Die Beweise sind erdrĂŒckend. Georg Dengler macht sich an die Arbeit und entdeckt die Bedrohung durch die ĂŒbermĂ€chtige Pharmaindustrie. Fast nebenbei erzĂ€hlt er die Geschichte ĂŒber den Widerstand gegen das Bauprojekt Stuttgart 21.
Eine „Geschichte“, bei in der einem der Atem stockt!

Das Gold im Schatten

Februar 2016
von Robert A. Johnson (Peter Hammer Verlag)
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In diesem Buch werden Einsichten von Robert A. Johnson vermittelt ĂŒber die Projektion. Es geht darum positive Eigenschaften wie KreativitĂ€t, Mut, Fantasie und Eigensinn aus dem Schatten der eigenen Persönlichkeit ans Licht zu bringen und in Besitz zu nehmen.

Der Sommer ohne MĂ€nner

Januar 2016
Sri Hustvedt (rororo Verlag)
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Die Dichterin Mia steckt in einer Krise: ihr Mann Boris will eine Ehe-Pause.
Diese Pause ist nicht nur jĂŒnger als sie, sondern auch noch seine Assistentin. Mia beschließt die nĂ€chste Zeit in der NĂ€he ihrer Mutter, einer vitalen 90jĂ€hrigen und deren Freundinnen zu verbringen. Es ist eine Zeit ohne MĂ€nner und eine Zeit der Reflexion.
Ein wunderbares Frauenbuch: es geht um MĂŒtter, Freundinnen, Töchter, ĂŒber Rivalinnen und junge sowie alte Frauen.

Das GerÀusch einer Schnecke beim Essen

Dezember 2015
von Elisabeth Tova Bailey (Nagel & Kimche Verlag)
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Durch eine Krankheit zur Ruhe gezwungen beobachtet die Autorin wie beilÀufig eine Schnecke, die im Blumentopf neben ihrem Bett lebt.
Der Leser wird mitgenommen in eine faszinierende Expedition ins Tierreich, lĂ€sst ihn poetisch staunen und gibt wissenschaftliche AuskĂŒnfte ĂŒber ein hochgradig komplexes Lebewesen.
FĂŒr mich ein gĂ€nzlich unerwartetes LesevergnĂŒgen!

Die Frau auf der Treppe

November 2015
von Bernhard Schlink (Diogenes Verlag)
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Ein berĂŒhmtes Bild von einer Frau ist lange verschollen und taucht plötzlich wieder auf. Drei MĂ€nner, die diese Frau einst liebten und sich von ihr betrogen fĂŒhlten treffen sich mit ihr an der australischen KĂŒste. Die einen wollen haben, was ihnen vermeintlich zusteht – nur einer begegnet der Frau neu.
Dieses Buch beginnt als Krimi und endet als Lebens-, und Liebesgeschichte.