„Alt werden ist nichts für Feiglinge“

von Britta-Marei Lanzenberger

Bemerkte bereits Mae West. Dabei altern wir mit jedem Tag, von unserer Geburt an. Es machen sich nicht erst plötzlich mit 30 oder 40 Veränderungen bemerkbar, sondern jeden Tag. Die Frage ist nur, wie aufmerksam wir uns gegenüber sind. Bewerten wir die Veränderungen zum Alter negativ, werden wir länger versuchen, sie zu ignorieren.

Copyright Fotolia – Konstantin Sutyagin
Durch die Hormonumstellung im Wechsel können typische Alterserscheinungen tatsächlich einen spürbaren Schub erfahren, meistens werden wir dies an Haut und Haaren bemerken. Doch keine Panik: stellen wir uns mit der angemessenen Lebensführung – also Ernährung, Bewegung, Entspannung, Körperpflege – darauf ein, geht es keineswegs so rasant weiter, sondern pendelt sich wieder ein. Viele „Symptome“* kommen eben nicht durch die Wechseljahre, sondern einfach mit dem tagtäglichen Älterwerden. So wie wir ja auch nicht an unserem Geburtstag um ein ganzes Jahr altern, sondern nur um einen weiteren Tag, so wie jeden Tag.

„In unserer Gesellschaft wird der biologische Verfallsprozess betont und das Altern gefürchtet“ heißt es in

dem Buch „Regel-lose Frauen“. Es gibt aber noch immer Kulturen, in denen mit dem Alter ein erstrebenswerter gesellschaftlicher Status einhergeht. Bezeichnenderweise haben Frauen in diesen Kulturen auch weniger Probleme mit Wechseljahrsbeschwerden. Dabei stimmt bei uns das gesellschaftliche Ansehen mit dem persönlichen Empfinden nicht unbedingt überein.

 „Vielmehr wird das Körpergefühl und auch das Lebensgefühl von den meisten (Frauen mit Vierzig) als besser, stabiler angesehen als in früheren Jahrzehnten: trotz oder wegen der Erkenntnis, dem Körper nicht mehr ganz so viel zumuten zu können wie früher. Das im Vergleich zu früher bessere Lebens- und Körpergefühl scheint vielmehr darauf zu beruhen, dass die Frauen langsam gelernt haben, die eigenen Kräfte besser einzuschätzen.“ (Ingrid Riedel „Die gewandelte Frau“)

wechselzeit möchte dazu beitragen, Mut zum Älterwerden zu machen. Und mehr als das: richtig Freude daran zu haben! Mit dem (Wieder-)Entdecken der Qualitäten des Alters erscheint der Jugendwahn plötzlich lächerlich. „Du wirst so alt, wie du jung warst“ schreibt Luisa Francia. Na dann…!

* Sprechen wir von „Symptomen“ im Zusammenhang mit Wechseljahren und Alter, erscheint beides im Sinne einer Krankheit, eines nicht normalen und nicht wünschenswerten Zustandes, der behoben werden muss. Allein diese bei uns geläufige Formulierung zeigt und prägt die Einstellung zu diesen natürlichen Lebensabschnitten.